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I liked Kaufmann's better, but that could just be due to the fact that he translated most of Nietzsche's work. I do commend you on your translation though.
I think what he was trying to say with the poem is that a life in the public eye or a life in obscurity are not the healthy ways to live. Finding balance between the two is worldly wisdom that everyone should live by.
Bleib nicht auf ebnem Feld!
Steig nicht zu hoch hinaus!
Am sch?nsten sieht die Welt
Von halber H?he aus.
I agree that my interpretation is based on what Kaufmann translated, but I wouldn't necessarily call it "mediocre".
I think what he was trying to say with the poem is that a life in the public eye or a life in obscurity are not the healthy ways to live. Finding balance between the two is worldly wisdom that everyone should live by.
I was also considering that Nietzsche was kind of a recluse when he was a prolific writer. He lived in obscurity out of the public eye which also appears in Thus Spoke and probably other works I haven't read yet.
I just as easily could have said that the poem is not about joining the herd mentality, but also avoiding alienating elitism.
There are many different interpretations of the meaning Nietzsche may have intended, but with many great poems the interpretations are left to the subjective realm. The sign of a great poem is not the universal meaning but the multiplicity of the possible interpretations. This poem is obviously about balance between two contradictions, but as to the rest of it there are many different meaning one could get out of the words and what is written in between. Thus, Nietzsche was a Taoist whether he knew so or not, but that is for a different topic some time later when I start studying more of his work.
I don't think Nietzsche necessarily rages and roars all the time. He does so when it is proper. When it is necessary and proper to be poetic he does so.
Thanks for explaining the German. I know absolutely no German so I am force to listen to the "expert" translators.
Indeed world looks like a better place in half height
Von den drei Verwandlungen
Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum
Kamele wird, und zum L?wen das Kameel, und zum Kinde zuletzt der
L?we.
Vieles Schwere giebt es dem Geiste, dem starken, tragsamen Geiste, dem
Ehrfurcht innewohnt: nach dem Schweren und Schwersten verlangt seine
St?rke.
Was ist schwer? so fragt der tragsame Geist, so kniet er nieder, dem
Kameele gleich, und will gut beladen sein.
Was ist das Schwerste, ihr Helden? so fragt der tragsame Geist, dass
ich es auf mich nehme und meiner St?rke froh werde.
Ist es nicht das: sich erniedrigen, um seinem Hochmuth wehe zu thun?
Seine Thorheit leuchten lassen, um seiner Weisheit zu spotten?
Oder ist es das: von unserer Sache scheiden, wenn sie ihren Sieg
feiert? Auf hohe Berge steigen, um den Versucher zu versuchen?
Oder ist es das: sich von Eicheln und Gras der Erkenntniss n?hren und
um der Wahrheit willen an der Seele Hunger leiden?
Oder ist es das: krank sein und die Tr?ster heimschicken und mit
Tauben Freundschaft schliessen, die niemals h?ren, was du willst?
Oder ist es das: in schmutziges Wasser steigen, wenn es das Wasser
der Wahrheit ist, und kalte Fr?sche und heisse Kr?ten nicht von sich
weisen?
Oder ist es das: Die lieben, die uns verachten, und dem Gespenste die
Hand reichen, wenn es uns f?rchten machen will?
Alles diess Schwerste nimmt der tragsame Geist auf sich: dem Kameele
gleich, das beladen in die W?ste eilt, also eilt er in seine W?ste.
Aber in der einsamsten W?ste geschieht die zweite Verwandlung: zum
L?wen wird hier der Geist, Freiheit will er sich erbeuten und Herr
sein in seiner eignen W?ste.
Seinen letzten Herrn sucht er sich hier: feind will er ihm werden und
seinem letzten Gotte, um Sieg will er mit dem grossen Drachen ringen.
Welches ist der grosse Drache, den der Geist nicht mehr Herr und Gott
heissen mag? "Du-sollst" heisst der grosse Drache. Aber der Geist des
L?wen sagt "Ich will".
"Du-sollst" liegt ihm am Wege, goldfunkelnd, ein Schuppenthier, und
auf jeder Schuppe gl?nzt golden "Du-sollst!"
Tausendj?hrige Werthe gl?nzen an diesen Schuppen, und also spricht der
m?chtigste aller Drachen "aller Werth der Dinge - der gl?nzt an mir."
"Aller Werth ward schon geschaffen, und aller geschaffene Werth - das
bin ich. Wahrlich, es soll kein `Ich will` mehr geben!" Also spricht
der Drache.
Meine Br?der, wozu bedarf es des L?wen im Geiste? Was gen?gt nicht das
lastbare Thier, das entsagt und ehrf?rchtig ist?
Neue Werthe schaffen - das vermag auch der L?we noch nicht: aber
Freiheit sich schaffen zu neuem Schaffen - das vermag die Macht des
L?wen.
Freiheit sich schaffen und ein heiliges Nein auch vor der Pflicht:
dazu, meine Br?der bedarf es des L?wen.
Recht sich nehmen zu neuen Werthen - das ist das furchtbarste Nehmen
f?r einen tragsamen und ehrf?rchtigen Geist. Wahrlich, ein Rauben ist
es ihm und eines raubenden Thieres Sache.
Als sein Heiligstes liebte er einst das "Du-sollst": nun muss er Wahn
und Willk?r auch noch im Heiligsten finden, dass er sich Freiheit
raube von seiner Liebe: des L?wen bedarf es zu diesem Raube.
Aber sagt, meine Br?der, was vermag noch das Kind, das auch der L?we
nicht vermochte? Was muss der raubende L?we auch noch zum Kinde
werden?
Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein
aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-sagen.
Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Br?der, bedarf es eines heiligen
Ja-sagens: _seinen_ Willen will nun der Geist, _seine_ Welt gewinnt
sich der Weltverlorene.
Drei Verwandlungen nannte ich euch des Geistes: wie der Geist zum
Kameele ward, und zum L?wen das Kameel, und der L?we zuletzt zum
Kinde. --
Also sprach Zarathustra. Und damals weilte er in der Stadt, welche
genannt wird: die bunte Kuh.
